Gedanken zum Thema „Licht und Schatten – Begegnungen“

Gedanken von Bernhard Linhofer

Aber das Schicksal sagt nein und jetzt kann ich nicht mehr!!

„Das Boot ist voll! Wir können und wollen keinen dieser Wirtschaftsflüchtlinge mehr aufnehmen. Was uns die kosten, - 3€ die Stunde eine Frechheit. Zurück nach Hause!" Diese Botschaft wird uns nahezu täglich von der offiziellen Politik aber auch an Stammtischen vermittelt. Ghaith, Zeichner dieses Bildes, ein junger Iraker, ist einer von denen, der über Bord gehen musste, der all seiner Hoffnungen beraubt nach mehr als 3 ½ Jahren in sein Land zurückkehren musste. Mit viel Hoffnung auf eine bessere und friedvollere Zukunft ist er 2015 nach Völs gekommen. Wir wissen nicht, was ihn im Irak jetzt erwartet, wie es ihm gehen wird. Wir können ihn nur mit unseren guten Wünschen und Gedanken begleiten.

Er hat uns ein Geschenk hinterlassen, einen kurzen Dankbrief und diese Zeichnung. Was will er uns damit sagen?

Ich sehe zwei Gesichter, die mich erschrecken.

Einmal das Gesicht eines Verzweifelten, eines wütenden Menschen, aus dem alles herausbricht, was sich in den letzten Jahren angestaut hat. „Jetzt kann ich nicht mehr"! Die Augen zugekniffen, um all das nicht mehr sehen zu müssen, was ihn demütigt und erniedrigt. „Das Schicksal sagt nein!"

Mir fällt der Karfreitag ein und die Worte des Sterbenden am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Ein Frage, die in der Wut und Ohnmacht dieses Gesichtes geschrieben steht.

Das andere Gesicht eine Fratze, ähnlich unseren Krampuslarven, die verspotten und verhöhnen. Ein Bild des Umgangs mit dem Hilfesuchenden, der in seiner Not an unsere Türen klopft. Aber sie ist nur scheinbar offen, dahinter erscheint dieses entgleiste Gesicht mit dem Schild: „Kein Eingang - Nur für Ausreisende!"

Ein Gesicht, das verstört, verängstigt, aber sicher nicht hilft. Obwohl sich so manche, die für die Gesetze zuständig sind, als christlich sozial bezeichnen, würde diabolisch oft besser passen.

Es gibt Gott sei Dank viele, die versuchen den Flüchtenden in irgendeiner Weise beizustehen, sie menschliche Wärme spüren lassen und alles Mögliche versuchen, um eine gemeinsame Zukunft mit den Ankommenden sinnvoll zu gestalten.

Die Bilder sind mit vielen Kunstwerken in der Ausstellung mit dem Thema: "Licht und Schatten - Begegnungen"  bis Pfingsten in der Pfarrkirche zu sehen.

Anschrift

Pfarre Völs
Werth 5 A-6176 Völs
Telefon: +43 512 303109
Fax: +43 512 303109-4
pfarre-voels@stift-wilten.at

email

Kanzleizeiten

Dienstag, 09:00 - 11:00 Uhr
Mittwoch, 17:00 - 19:00 Uhr
Donnerstag, 09:00 - 11:00 Uhr



nach Vereinbarung

Gottesdienste

Samstag
19:00 Vorabendmesse
Sonntag
08:30 Hl. Messe mit Orgel
10:00 Familiengottesdienst

weitere Gottesdienste

Diskrete Hilfe

"Wahre Liebe öffnet die Arme und schließt die Augen."
Vinzenz von Paul (1581 - 1660)
Gründer der Caritas


zur Vinzenzgemeinschaft

Pfarre Völs
ImpressumSitemapDatenschutzKontodatenArchiv

powered by webEdition CMS